GRAEF CM800

GRAEF · Elektrische Kaffeemühlen

Die GRAEF CM800 ist eine elektrische Kaffeemühle mit Edelstahl-Kegelmahlwerk und direkter Siebträgermahlung. Sie deckt unterschiedliche Zubereitungsarten ab, verlangt bei der Espresso-Feinabstimmung aber mitunter zusätzlichen Aufwand.

Stärken

Schwächen

Bewertung im Detail

Technische Daten

Geeignet für

Nicht geeignet für

Einordnung

Die GRAEF CM800 ist für das frische Mahlen zu Hause und für mehrere Zubereitungsarten ausgelegt. Ihr Schwerpunkt liegt auf Espresso und dem direkten Mahlen in einen Siebträger; zugleich soll der einstellbare Mahlbereich auch Filterkaffee, French Press und AeroPress abdecken. Damit richtet sie sich vor allem an Kaffeetrinker, die unterschiedliche Brühmethoden nutzen und den Mahlgrad selbst anpassen möchten. Das Edelstahl-Kegelmahlwerk, die Siebträgerhalterung und der Sensorbetrieb bilden dabei den Kern des Angebots. Die Erfahrungslage passt zu diesem vielseitigen Ansatz, ist aber nicht frei von Einschränkungen. Übereinstimmend gelobt werden Verarbeitung und Standfestigkeit, Alltagstauglichkeit und Vielseitigkeit sowie das Preis-Leistungs-Verhältnis, jeweils auf Grundlage von 4 unabhängigen Berichten. Bei Mahlqualität und Einstellung fällt das Bild gemischt aus: Sehr feines Mahlen für Espresso ist möglich, der passende Mahlgrad kann jedoch schwierig zu treffen sein. Im Fremdtest von Kaffeemacher wurde zudem eine vergleichsweise uneinheitliche Mahlung bemängelt. Coffeeness beschreibt brauchbare Ergebnisse, nennt aber Schwächen bei Dosierung und gröberen Mahlgraden. DAS HAUS beurteilt die Mahlergebnisse dagegen als sehr gleichmäßig und hebt Verarbeitung sowie Standfestigkeit hervor. Die Einschätzungen zur Gleichmäßigkeit gehen somit auseinander.

Technik

Im Inneren arbeitet ein Kegelmahlwerk mit Mahlscheiben aus Edelstahl. Die Mahlscheiben haben einen Durchmesser von 60 mm; der Motor ist mit 128 W angegeben und das Mahlwerk dreht mit 800 U/min. Als Mahlgeschwindigkeit nennt das Datenblatt 800 g/s. Eine variable Drehzahlsteuerung ist nicht vorgesehen. Der Mahlgrad wird nicht stufenlos verändert, sondern über feste Einstellungen gewählt. Die dokumentierte Feinjustierung des oberen Mahlwerks erweitert die Anpassungsmöglichkeiten, kann nach den vorliegenden Erfahrungsberichten jedoch umständlich sein, wenn der Mahlbereich intern angepasst werden muss. Für die Bedienung sind eine Auto-Stopp-Funktion und eine Halterung zum direkten Mahlen in den Siebträger belegt. Außerdem wird ein Anti-Statik-System genannt. Das Gehäuse besteht aus Aluminium. Ein Ausblasebalg gehört nicht zur Ausstattung. Zum dokumentierten Lieferumfang zählen Kaffeemehlbehälter, zwei Siebträgerhalter, Fülltrichter, Reinigungspinsel und Ablagegummimatte; außerdem werden ein abnehmbarer Bohnenbehälter mit Schiebeverschluss und Staubdeckel genannt. Eine genaue Mengenvorwahl ist laut Erfahrungslage nicht vorhanden, weshalb die Dosierung stärker von der Bedienung abhängt. Coffeeness berichtet im Fremdtest trotz des ausgewiesenen Anti-Statik-Systems von Schwächen durch statische Aufladung.

Alltag

Für den Einsatz an einer Siebträgermaschine lassen sich Bohnen im Behälter bevorraten und direkt in den eingesetzten Siebträger mahlen. Der Bohnenbehälter fasst 350 g, während der separate Auffangbehälter mit 12 g angegeben ist. Der ausgewiesene Totraum beträgt 4 g. Im Alltag bedeutet das, dass zwischen Mahlwerk und Auswurf Kaffeemehl zurückbleiben kann. Nutzerberichte beschreiben die Reinigung unterschiedlich: Einige empfinden sie als unkompliziert, andere finden insbesondere den Auswurfbereich aufwendig. Mehrfach werden dort Rückstände und verstreutes Pulver erwähnt. Der Betrieb setzt ganze Bohnen und eine passende geerdete Netzsteckdose voraus; vor dem Anschließen sollen Spannung und Frequenz mit dem Typenschild abgeglichen werden. Für einen festen Platz auf der Küchenarbeitsfläche misst die CM800 397 mm in der Höhe, 135 mm in der Breite und 230 mm in der Tiefe. Ihr Gewicht beträgt 2,63 kg. Diese Werte sind besonders relevant, wenn die Mühle unter Oberschränken stehen oder bei Nichtgebrauch umgesetzt werden soll. Als zweiter konkreter Nutzungsfall eignet sich die Zubereitung wechselnder Kaffeespezialitäten: Der Mahlbereich umfasst 40 Einstellungen und wird für Espresso, Filterkaffee, French Press und AeroPress beschrieben. Wer häufig zwischen den Methoden wechselt, kann den Mahlgrad entsprechend verändern, muss aber ohne präzise Mengenvorwahl arbeiten. Für Espresso ist sehr feines Mahlen belegt; die Feinabstimmung kann dennoch Geduld verlangen.

Kaufkriterien

Der Mahlgrad wird grundsätzlich über das Einstellrad gewählt; für eine genauere Abstimmung kann jedoch eine interne Anpassung des Mahlbereichs erforderlich sein. Die Auswahl an Mahlgraden unterstützt unterschiedliche Zubereitungsarten und reicht bis zu sehr feinem Mahlen für Espresso. Entscheidend ist, ob Käufer diese Flexibilität höher gewichten als die teils umständliche Feinjustierung. Eine stufenlose Verstellung bietet die CM800 nicht. Das Edelstahl-Kegelmahlwerk und die Siebträgerhalterung richten die Ausstattung zugleich auf das Mahlen direkt für die weitere Kaffeezubereitung aus. Für den Bedienkomfort sprechen die Auto-Stopp-Funktion und das Anti-Statik-System laut Datenblatt. Erfahrungsberichte relativieren den letztgenannten Punkt allerdings, weil teils statisch verstreutes Pulver geschildert wird. Eine variable Drehzahlsteuerung gibt es nicht. Auch eine genaue Mengenvorwahl fehlt den Berichten zufolge. Der vergleichsweise große Bohnenvorrat kann häufiges Nachfüllen reduzieren, während der kleine Auffangbehälter eher auf portionsweises Arbeiten ausgelegt ist. Beim Aufstellort zählen das Aluminiumgehäuse, die Standfestigkeit und der benötigte Platz. Zudem gilt die Mühle in den Erfahrungsberichten insgesamt nicht als leise. Wer häufig zwischen Bohnen wechselt, sollte außerdem berücksichtigen, dass Kaffeemehl im Gerät zurückbleiben kann und kein Ausblasebalg enthalten ist.

Erfahrungen und Fremdtests

Die Nutzererfahrungen zur Mahlqualität fallen gemischt aus. Gelobt werden die breite Auswahl an Mahlgraden und brauchbare Ergebnisse für verschiedene Zubereitungsarten. Sehr feines Mahlen für Espresso ist möglich, der passende Bereich lässt sich jedoch teils nur mühsam treffen; außerdem wird vereinzelt eine uneinheitliche Partikelverteilung kritisiert. Die grundlegende Bedienung über Einstellrad und Siebträgerhalter empfinden Nutzer häufig als einfach, während Feinjustierung und fehlende präzise Mengenvorwahl Einschränkungen darstellen. Im Test von Kaffeemacher konnte die CM800 espressofein mahlen, fiel aber durch eine umständliche Einstellung und vergleichsweise uneinheitliches Mahlgut auf. Coffeeness bezeichnet sie im Test als Einsteigermühle mit vielen Mahlstufen und brauchbaren Ergebnissen, nennt jedoch Schwächen bei statischer Aufladung, Dosierung und gröberen Mahlgraden. DAS HAUS berichtet im Test dagegen von sehr gleichmäßigen Mahlergebnissen sowie hochwertiger Verarbeitung und guter Standfestigkeit, kritisiert aber Lautstärke und ein kurzes Kabel. Die Einschätzungen zur Gleichmäßigkeit widersprechen sich damit. Bei Reinigung und Rückständen ist das Bild ebenfalls uneinheitlich: Manche Nutzer finden die Reinigung unkompliziert, andere den Auswurfbereich aufwendig. Wiederholt werden zurückbleibendes oder verstreutes Kaffeemehl erwähnt. Zur Haltbarkeit existieren sowohl Berichte über mehrjährige Nutzung als auch ein Bericht über einen frühen Defekt. Die öffentlich sichtbaren Angaben erlauben deshalb keine eindeutige Langzeitprognose.

Lieferumfang, Voraussetzungen und Grenzen

Für den normalen Betrieb werden ganze Kaffeebohnen und eine passende, geerdete Netzsteckdose benötigt. Vor dem Anschließen müssen Spannung und Frequenz auf dem Typenschild mit dem Stromnetz abgeglichen werden; die Anleitung warnt vor dem Betrieb an einer Steckdose ohne Schutzleiter. Zum dokumentierten Lieferumfang gehören Kaffeemehlbehälter, zwei Siebträgerhalter, Fülltrichter, Reinigungspinsel und Ablagegummimatte. Außerdem nennt der Hersteller einen abnehmbaren Bohnenbehälter mit Schiebeverschluss und Staubdeckel. Die Siebträgerhalterung und der Sensorbetrieb ermöglichen laut Erfahrungsberichten das Mahlen direkt in den Siebträger. Für verschiedene Brühmethoden steht eine breite Mahlgradwahl bereit. Beim Espressoeinsatz ist jedoch mit zusätzlichem Einstellaufwand zu rechnen, weil die Feinjustierung als umständlich beschrieben wird und eine genaue Mengenvorwahl fehlt. Wer reproduzierbare Portionen erwartet, sollte diese Grenze berücksichtigen. Ein Ausblasebalg gehört nicht zur Ausstattung, obwohl Erfahrungsberichte Rückstände im Auswurfbereich und statisch verstreutes Pulver nennen. Die Mühle benötigt aufgrund ihrer Bauform einen entsprechend geeigneten Stellplatz; das Gewicht kann dabei zur beschriebenen Standfestigkeit beitragen. Ebenso fehlen belastbare Angaben zur langfristigen Materialhaltbarkeit. Dokumentiert ist lediglich ein gemischtes Bild aus längerer Nutzung und einem einzelnen frühen Defekt.

Preis-Leistung

Die GRAEF CM800 wird in den vorliegenden Nutzer- und Testberichten überwiegend als preislich attraktive Einsteigermühle eingeordnet. Dafür sprechen die vielseitige Mahlgradeinstellung, die Möglichkeit zum feinen Mahlen und die auf den Einsatz mit einem Siebträger ausgerichtete Bedienung. Der Gegenwert hängt allerdings stark vom Anspruch ab: Wer unkompliziert verschiedene Zubereitungsarten abdecken möchte, erhält eine funktionale Ausstattung. Wer hingegen besonders hohe Anforderungen an eine exakt reproduzierbare Espresso-Einstellung und eine gleichmäßige Mahlgutverteilung stellt, dürfte das Verhältnis von Aufwand und Leistung kritischer bewerten. Positiv für den praktischen Nutzen sind das Edelstahl-Kegelmahlwerk, die Auto-Stopp-Funktion und die Halterung zum direkten Mahlen in den Siebträger. Das Aluminiumgehäuse unterstützt zudem den soliden Gesamteindruck. Einschränkungen ergeben sich aus der fehlenden stufenlosen Verstellung und der nicht vorhandenen variablen Drehzahlsteuerung. Hinzu kommen Berichte über eine umständliche Feinjustierung und eine fehlende genaue Mengenvorwahl. Damit wirkt die CM800 vor allem dann stimmig, wenn Vielseitigkeit und grundlegende Espresso-Tauglichkeit wichtiger sind als besonders komfortable und präzise Einstellmöglichkeiten.

Abgrenzung

Weniger passend ist die GRAEF CM800 für Nutzer, die den gewünschten Espresso-Mahlgrad ohne zusätzlichen Justieraufwand schnell und zuverlässig treffen möchten. Der Fremdtest von Kaffeemacher beschreibt die Einstellung als umständlich und die Mahlung als vergleichsweise uneinheitlich. Auch die zusammengefassten Erfahrungen nennen Schwierigkeiten beim Erreichen des passenden Mahlgrads. Bei Alternativen sollte daher besonders auf eine leicht nachvollziehbare Feinverstellung, reproduzierbare Einstellungen und eine möglichst gleichmäßige Partikelverteilung geachtet werden. Auch für geräuschempfindliche Haushalte ist die Mühle nur eingeschränkt geeignet, da die Lautstärke wiederholt kritisiert wird. Wer möglichst wenig Reinigungsaufwand und verstreutes Kaffeemehl erwartet, sollte ebenfalls genauer vergleichen: Die Berichte zur Reinigung sind gemischt und erwähnen Rückstände im Auswurfbereich sowie statisch verteiltes Pulver. Coffeeness nennt im Fremdtest Schwächen bei statischer Aufladung, Dosierung und gröberen Mahlgraden. Für Alternativen sind deshalb eine kontrollierte Ausgabe des Mahlguts, eine komfortable Mengensteuerung und ein leicht zugänglicher Auswurf sinnvolle Vergleichspunkte. Ein Ausblasebalg gehört bei der CM800 nicht zur angegebenen Ausstattung.

Fazit

Die GRAEF CM800 ist vor allem für Einsteiger interessant, die zu Hause frisch mahlen, unterschiedliche Zubereitungsarten ausprobieren und auch direkt in einen Siebträger mahlen möchten. Das Edelstahl-Kegelmahlwerk, die breite Mahlgradeinstellung, die Auto-Stopp-Funktion und die Siebträgerhalterung bilden dafür eine zweckmäßige Grundlage. Erfahrungen beschreiben die grundlegende Bedienung häufig als einfach und die Vielseitigkeit im Alltag überwiegend positiv. Das robuste wirkende Aluminiumgehäuse und die häufig hervorgehobene Standfestigkeit ergänzen diesen Eindruck. Eine Kaufempfehlung gilt daher mit Einschränkungen: Für Nutzer, die eine funktionale Einsteigermühle suchen und bereit sind, sich mit der Feinjustierung zu beschäftigen, kann die CM800 gut passen. Anspruchsvolle Espresso-Nutzer sollten dagegen berücksichtigen, dass Fachberichte die Mahlgutverteilung und das Finden der passenden Einstellung teilweise kritisieren. Ebenso sprechen die wiederkehrende Kritik an der Lautstärke sowie gemischte Erfahrungen zu Rückständen und Reinigung gegen eine uneingeschränkte Empfehlung. Entscheidend ist somit, ob Vielseitigkeit und direktes Mahlen in den Siebträger wichtiger sind als besonders leiser Betrieb, präzise Mengenvorwahl und komfortable Feinabstimmung.